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Hannover

Bahn dünnt ihre Verbindungen aus

Bahn dünnt ihre Verbindungen aus
Wenn die Zugstrecke Hannover–Hamburg für zehn Wochen gesperrt wird, hat das Auswirkungen im ganzen Norden
Von Antje Bismark
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Hannover.
Die Bahnstrecke Hannover–Hamburg wird vom 1. Mai bis 10. Juli 2026 gesperrt. Das trifft nicht nur die Fahrgäste auf der Trasse mit Celle, Uelzen und Lüneburg: Weil die Bahn die Fern- und Güterzüge von der hochbelasteten Strecke auf andere Trassen umleiten muss, fallen auch Verbindungen zwischen anderen Städten komplett oder zumindest teilweise aus. Auf Einschränkungen müssen sich unter anderem Reisende von und nach Bremen sowie Oldenburg und Emden einstellen.

Kein Fernzug zwischen

Hannover und Bremen

Wegen der Umleitungen gibt es keine Direktverbindung mit einem ICE zwischen Hannover und Bremen. Die Bahn-App DB Navigator empfiehlt Reisenden, mit dem Fernzug nach Osnabrück zu fahren und dort in einen ICE nach Bremen umzusteigen. Die Fahrzeit liegt bei fast 2,5 Stunden, wenn der Anschluss in Osnabrück klappt.

Im Nahverkehr fällt die S2 zwischen Nienburg und Wunstorf komplett aus. Ersatzbusse fahren zwischen Nienburg und Neustadt, um Haltestellen wie Eilvese, Hagen und Linsburg weiterhin bedienen können. Der RE1 und RE8 ist regulär unterwegs, zusätzlich halten die Züge aber in Poggenhagen.

Zwischen Emden und Leipzig verkehrt in dieser Zeit nur ein IC pro Tag.

Die ICE-Sprinter Hamburg–Frankfurt und touristische ICE-Verbindungen Hamburg–Österreich erreichen die Hansestadt nicht mehr, alle Verbindungen enden in Hannover oder beginnen dort. ICE-Direktverbindungen aus und nach Süddeutschland auf der Achse Kassel–Hannover–Hamburg werden mit einer ausgedünnten Taktung erhalten, wegen der Umleitung über Verden dauert die Fahrt etwa 45 Minuten länger. Die Halte Celle, Uelzen und Lüneburg entfallen.

Im Nahverkehr fallen die RE2 und RE3 zwischen Lüneburg, Uelzen, Celle und Hannover komplett aus, dafür setzt die LNVG einen Bus-Ersatzverkehr ein. Zwischen Celle und Hannover wird das Zug-Angebot durch eine dritte S-Bahn-Linie (S 61) verstärkt. Alle drei S-Bahn-Linien fahren über Burgdorf, die S7 hält weiterhin in Lehrte. Zwischen Hannover und Göttingen fahren Züge ohne Einschränkung.

Längere Fahrzeit zwischen Hamburg und Köln

Die stündliche Direktverbindung von Süddeutschland über Köln–Bremen–Hamburg bleibt bestehen, allerdings verlängert sich die Fahrzeit wegen der Umleitung um etwa 20 Minuten. Aber die ICE-Züge zwischen Nordrhein-Westfalen und Binz/Rügen sind gekappt auf die Reststrecke Hamburg-Binz.

Weniger Verbindungen zwischen Hamburg und Berlin

Die Bahn benötigt nach Aussage einer Sprecherin die Trasse Hamburg–Berlin für die Umleitung von Güterzügen, die normalerweise auf der gesperrten Strecke fahren würden. Deshalb fallen Verbindungen aus.